Kaliabbau: Börsenkurse

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[Bearbeiten] Kali-Preise explodieren dank "Agro"-Sprit

[Bearbeiten] K+S-Profite auf Rekordniveau

Die Börsenentwicklung von K+S: Allein von 1993 bis 2001 vervierfachte sich der Kurs

Seit dem verlorenen Kampf der Kali-Kumpel des Kaliwerks "Thomas Müntzer" in Bischofferode 1993 ist es in den linken Medien still geworden um die Machenschaften des Kaliriesen K+S.

Nachdem sich der Konzern die DDR-Kaliindustrie einverleibt hatte, bekam er von der Treuhand noch 1 044 Millionen DM hinterhergeworfen. Die vom Steuerzahler hinzugeschenkte Milliarde verwendete der Konzern für "zinsgünstige Geldgeschäfte" im Rahmen des Konzernverbunds mit der Kali + Salz Beteiligungs AG und der BASF. Weitere 2,2 Milliarden DM staatliche Gelder flossen für Maßnahmen zur Reduzierung der Werra/Weser-Versalzung. Reduziert wurde die Salzfracht, und zwar ganz radikal.

Die Kalischächte in der DDR wurden bis auf Zielitz (Sachsen-Anhalt) und Unterbreizbach an der hessisch-thüringschen Landesgrenze stillgelegt, zu großes Angebot an Kali hätte dem Konzern die Preise versalzen können. Weiterproduziert wurde allerdings in vier niedersächsischen und hessischen Kalirevieren.

Über Jahre hinweg konnte der Konzern einen stetigen Anstieg der Ergebnisse verzeichnen. Doch heute, im Jahr 2008, explodieren die Preise regelrecht. Wurde im ersten Quartal 2008 noch eine Verdoppelung des operativen Konzerngewinns mit einem Umsatz von 1,21 Milliarden Euro angepeilt, so hält man im Bericht zur Hauptversammlung im Mai bereits eine Verdreifachung für möglich.

Angesichts der Wertes am 16. Mai 2008 von 310 Euro ist die damalige Kurssteigerung jedoch kaum noch auszumachen:

Mit dem Boom um Biomasse und Agrodiesel profitiert nun auch die K+S AG. Die US-Bioethanolverordnung, die eine Mindestbeimischung im Benzin vorsieht, hat dazu geführt, dass weltweit die Preise für Agrarprodukte sprunghaft angestiegen sind. Mit den Folgen für die Welternährung hat sich Fidel Castro am 29. März 2007 im Zentralorgan der KP Kubas, Granma, auseinandergesetzt. Er sieht durch die Verwendung von Pflanzen für Agrosprit das Leben von 3 Milliarden Menschen bedroht. [1]

Pflanzenproduktion ist die neue Ölquelle. Zur Steigerung von Profit und Produktion wird Gentechnik und Dünger eingesetzt. K+S ist der beherrschende Konzern des Düngemittelmarktes in Europa und weltweit der viertgrößte. Die Börsenbewertung liegt bei 12 Milliarden Euro und ist damit mehr als doppelt so hoch wie Merck, Henkel oder Lufthansa.

Analysten beschreiben das so: "Der Kalimarkt ist ein Oligopol, die wenigen Anbieter profitieren von der hohen Nachfrage nach Düngemitteln und können immer höhere Preise durchsetzen (FAZ 18.4.08)." Der Kaliabsatz brummt. Von 25 Euro pro Tonne Standardkaliumchlorid hat sich innerhalb eines Jahres der Preis pro Tonne von 250 auf 500 Dollar verdoppelt. Für Juni werden Preise von 750 Euro mit der baldigen Überschreitung der 1 000-Euro-Marke erwartet.

Dementsprechend sieht es am Aktienmarkt aus: Notierte die Aktie 1993 umgerechnet bei 4,91 Euro so hatte sie im Jahr 2001 bereits 20 Euro erreicht. Der Wert einer Aktie hatte sich vervierfacht. In 2007 wurden 100 Euro erreicht, bei Jahresbeginn 2008 150 Euro, in der 2. Maiwoche 2008 wurde die Aktie mit 310 Euro gehandelt, als Kursziel wird von verschiedenen Banken ein Wert zwischen 325 und 390 Euro für die nächste Zeit genannt. Ein zusätzlicher Sprung ist durch die mögliche Aufnahme des Papiers in den DAX zu erwarten.

Karin Masche

Stand Mai 2008

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"Das Kapital hat einen Horror vor Abwesenheit von Profit oder sehr kleinem Profit, wie die Natur vor der Leere. Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn. Zehn Prozent sicher, und man kann es überall anwenden; 20 Prozent, es wird lebhaft; 50 Prozent, positiv waghalsig; für 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß; 300 Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf Gefahr des Galgens ..." Karl Marx zitiert J. P. Dunning im "Kapital" (MEW 23, S. 788, 1867)

[Bearbeiten] Weitere Artikel zum Kaliriesen:

  • Kaliabbau: Börsenkurse
  • Umweltsauereien der Kaliindustrie (Werra Versalzung, Laugenverpressung, Giftmülleinlagerung) (folgt)
  • Aufmucken - Der Widerstand (Bürgerinitiativen an der Werra, Kommunen Niedersachsen, Landeswahlprogramme LINKE Niedersachsen und Hessen, Hessische Verfassung) (folgt)
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