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Procter & Gamble

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Die Procter & Gamble (P&G) Gruppe ist ein Konsumgüterkonzern mit Stammsitz in Cincinnati, Ohio (USA).

Das Unternehmen erwirtschaftete mit etwa 110.000 Mitarbeitern im Geschäftsjahr 2004/2005 einen Nettogewinn von 6,9 Milliarden US-Dollar bei einem Umsatz von 56,7 Milliarden US-Dollar (Umsatzrendite 12,2 %) und 5,9 Milliarden US-Dollar an Werbe-Ausgaben (2004/05).

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

P&G wurde 1837 von zwei Europäern gegründet, die in die Vereinigten Staaten ausgewandert waren: William Procter, einem Kerzenzieher aus England, und James Gamble, einem Seifensieder aus Irland.

Das Unternehmen hat sich seit seiner Gründung unter anderem durch Entwicklungen im Konsumgütermarkt einen Namen gemacht und hat immer wieder neue Wege im Marketing beschritten. Besonderes Kennzeichen ist das ausschließlich an den einzelnen Marken ("Brands") orientierte Marketing, während die Firma selbst meist völlig im Hintergrund bleibt. Die Firma gilt daher auch als Pionier bzw. Vater des Brand-Managements. Die konsequente Nutzung der Fernsehwerbung sowie besonders in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts der Radiowerbung geht ebenfalls auf P&G zurück. Unter anderem basiert auch der Begriff Seifenoper auf dem Marketingansatz von P&G, ab den 30er Jahren Radioshows zu sponsern bzw. selbst zu produzieren. Längstlaufende P&G Produktion: Springfield Story (Guiding Light), ab 25. Januar 1937 mehr als 15.000 Folgen.

Beginn der Geschäftstätigkeit: 1953 in der Schweiz, 1960 in Deutschland und 1967 in Österreich.

Die Vorsitzenden im Laufe der Zeit

Gemeinschaftliche Führung (1837-1890)

  • William Procter & James Gamble
  • Harley Procter (Sohn) & James Norris Gamble (Sohn)
  • William Cooper Procter (Enkel) & William Alexander Procter (Enkel)

Umwandlung in eine Kapitalgesellschaft

  1. 1890-1907 William Alexander Procter (1. Präsident/Chairman von P&G)
  2. 1907-1930 William Cooper Procter (Urenkel und letzter Vorsitzender der Gründerfamilien)
  3. 1930-1948 Richard R. Deupree
  4. 1948-1957 Neil H. McElroy
  5. 1957-1974 Howard J. Morgens
  6. 1974-1981 Ed Harness
  7. 1981-1990 John G. Smale
  8. 1990-1995 Edwin L. Artzt
  9. 1995-1999 John E. Pepper (9. Chairman & CEO) & Durk I. Jager (1. Chief Operating Officer)
  10. 1999-2000 Durk I. Jager
  11. 2000-heute Alan G. Lafley

Standorte in D/A/CH

Firmensitz der deutschen MDO ist seit 1970 Schwalbach am Taunus. Produktionsstandorte in Deutschland sind Crailsheim, Dreieich, Euskirchen, Groß-Gerau, Neuss, Weiterstadt, Witzenhausen, Köln und Worms. Österreichischer Firmensitz ist Wien. Der schweizer Firmensitz und die europäische Zentrale befinden sich in Genf.

Organisation

Im Rahmen der Implementierung der Organisation 2005 im Jahre 1998 fand eine Reorganisation in folgende Einheiten statt:

  • GBU (Global Business Unit) - Verantwortlich für die Entwicklung neuer Produkte und langfristige Markenstrategien. Fokussiert auf die Maximierung des TSR (Total Shareholder Return).
  • MDO (Market Development Organisation) - Umsetzung der GBU-Strategien mittels lokalen Marktverständnisses.
  • GBS (Global Business Service) - Service-Funktionen, wie Systembetreuung oder Buchhaltung. Zum Teil an Drittfirmen, wie IBM oder HP ausgelagert.
  • CF (Corporate Function) - Funktionen wie Steuer- oder Rechtsabteilung.

Seit 1. Juli 2004 besteht das Unternehmen aus folgenden Geschäftseinheiten:

  • Health, Baby & Family Care GBU (Gesundheits- und Babypflege, sowie Hygieneprodukte)
  • Household Care GBU (Textil- und Haushaltspflege, sowie Snacks und Kaffee)
  • Beauty Care GBU (Schönheitspflege inklusive Damenhygieneprodukte und Parfümprodukte)
  • Global Operations (MDOs, GBS und andere Funktionen)

Marken

Markenartikel von P&G sind in nahezu jedem Haushalt zu finden. Das Unternehmen stellt eine Reihe bekannter Produkte her, wie Tempo-Taschentücher, Meister Proper-Haushaltsreiniger, Lenor-Weichspüler, Blend-a-med-Zahnpasta oder Wick-Erkältungsprodukte. Die folgenden 17 Marken haben im Fiskaljahr 05 sogar einen weltweiten Umsatz von je mehr als 1 Milliarde US-Dollar erreicht:

  • Pampers (Windeln und Feuchttücher) - mehr als 6 Milliarden USD Umsatz
  • Tide (Waschmittel) - mehr als 3 Milliarden USD Umsatz
  • Ariel (Waschmittel) - mehr als 2 Milliarden USD Umsatz
  • Downy (Weichspüler)
  • Always (Damenhygieneprodukte) - mehr als 2 Milliarden USD Umsatz
  • Pantene (Haarpflege) - mehr als 2 Milliarden USD Umsatz
  • Head&Shoulders (Haarpflege)
  • Wella (Haarpflege)
  • Oil of Olaz (Kosmetik)
  • Charmin (Hygienepapier)
  • Bounty (Hygienepapier)
  • Crest (Zahnhygiene)
  • Actonel (Osteoporose Medikament)
  • Iams (Tiernahrung)
  • Pringles (Snacks)
  • Folgers (Kaffee)
  • Dawn (Spülmittel)

Folgende Milliarden-Marken gehören seit 1. Oktober 2005 auch zu P&G's Sortiment:

  • Mach3 (Nassrasursystem)
  • Gillette (Nassrasursystem)
  • Braun (Elektrogeräte)
  • Oral B (Zahnhygiene)
  • Duracell (Batterien)

Akquisitionen

Richardson-Vicks

1985 erweitert P&G seinen Gesundheits- und Körperpflegebereich mit dem Erwerb von Richardson-Vicks. Die bekanntesten Markennamen unter anderem Wick-Erkältungsprodukte, Oil of Olaz-Gesichtscreme oder Pantene-Haarshampoo. Im nicht deutschsprachigen Raum werden die Wick-Erkältungsprodukte unter dem Namen Vicks verkauft, der Name wurde aufgrund der Ähnlichkeit zu dem Begriff Wichse für den deutschen Markt angepasst.

Blendax

P&G erwirbt 1987 in seinem 150. Jubiläumsjahr das europäische Unternehmen Blendaxnd stärkt mit Marken wie Blend-a-Med seine weltweite Position im Zahnpflegebereich.

Noxell

1989 betritt P&G die Kosmetik- und Parfumkategorien mit dem Erwerb der Firma Noxell. Bekannte Marken u.a. CoverGirl, Noxzema oder Clarion.

Old Spice

Im Juni 1990 erwirbt P&G die Markenrechte für die Parfum-, After-Shave-, Deo- und Gesichtspflege-Linie Old Spice der Shulton Company. Die Marke existiert seit 1938 auf dem amerikanischen Markt und ist damit eine der traditionsreichsten Herrenpflegeserien.

Ellen Betrix & Max Factor

Im Jahr 1991 erwirbt P&G die Unternehmen Ellen Betrix und Max Factor und festigt damit seine Position im Kosmetikbereich.

VP Schickedanz

1994 betritt P&G den europäischen Papierbereich mit dem Kauf des deutschen Unternehmens VP Schickedanz mit seiner schon damals bekannten Marke Tempo. Die ebenfalls zu VP Schickedanz gehörende Marke Camelia durfte aus kartellrechtlichen Gründen nicht mit übernommen werden. Sie ging daher an den konkurrierenden Konzern Johnson & Johnson.

Tambrands

Mit der Erweiterung des Hygienebereichs durch den Erwerb von Tambrands im Jahre 1997 betritt P&G den weltweiten Tamponmarkt.

Iams

1999 erwirbt P&G das Unternehmen Iams um 2,05 Milliarden USD - die bis dahin größte Akquisistion P&G's - und erweitert damit sein Portfolio um den Tiernahrungsbereich. Das Unternehmen ist auf überwiegend im Fachhandel vertriebenes Hunde- und Katzen-Trockenfutter spezialisiert und erwirtschaftete damals um die 800 Million USD Umsatz.

Clairol

2001 erwirbt P&G zu einem Preis von 4,95 Mrd. USD das Unternehmen Clairol, eine auf Haarpflege und -färbe spezialisierte Unternehmenssparte von Bristol-Myers Squibb Co. Im deutschsprachigen Raum vor allem mit der Marke Herbal Essence vertreten.

Wella

Die Wella AG wurde 2003 für rund 6,5 Mrd. Euro zu 81 % übernommen. Per September 2005 besaß P&G 95 % der Aktien und begann mit dem "Squeeze Out" der verbleibenden Aktionäre.

Gillette

Im September 2005 hat P&G, nach Zustimmung der Kartellbehörden, das Unternehmen Gillette zu einem Transaktionswert von ca. 57 Mrd. USD übernommen. Der Kauf ist die größte Akquise der Firmengeschichte; nur 2 Jahre nach dem Erwerb der Kontrollmehrheit der Wella AG. Mit der Übernahme wurde P&G der weltweit zweitgrößte Konsumgüterkonzern nach dem auf Nahrungsmittel spezialisierten Nestlé-Konzern. Der Verkauf der von der EU-Kartellbehörde vorgeschriebenen elektrischen Zahnbürstenmarke Spinbrush an Church & Dwight wurde am 14. September bekanntgegeben. Weitere notwendige Veräußerungen sollen bis Mitte 2006 abgeschlossen sein.

Transformation in ein Beauty Care Unternehmen

Wie man an der Liste der oben genannten Akquisitionen sehen kann, hat sich P&G in den letzten Jahren immer mehr zu einem Beauty Care Unternehmen gewandelt. Dies trägt dem Umstand Rechnung, dass die angestammten Geschäftsfelder von P&G, nämlich Waschmittel, Reinigungsprodukte, Windeln und Papierprodukte auf den Gesamtmarkt bezogen immer geringere Wachstumsraten aufweisen und die Produkte vergleichsweise anlagenintensiv herzustellen sind. Hinzu kommt, dass diese Märkte stark umkämpft sind und die Abgrenzung von P&G Produkten zu Konkurrenzprodukten immer schwieriger wird (andere Markenartikel und vor allem Handelsmarken). Beauty Care hingegen weist durch die zunehmende Alterung der Bevölkerung und einem erhöhten Fokus auf Körperpflege, Schönheit und Wellness hohe Wachstumsraten auf. Weiterhin sind die Produkte vergleichsweise anlagenunintensiv herzustellen und haben einen hohen emotionalen Faktor (was den Aufbau von Brand-Equity und die Kundenbindung über die Brands deutlich einfacher macht).

Nach der Akquisition von Gillette wird Beauty Care knapp die Hälfte des Umsatzes und mehr als die Hälfte des Gewinnes beisteuern.

Für die Zukunft ist davon auszugehen, dass die Bedeutung von Beauty Care bei P&G noch weiter zunehmen wird. Gerüchte besagen, dass der derzeitige Vice-Chair für Beauty Susan Arnold auch die Nachfolgerin von A.G. Lafley als CEO werden wird.

Personalpolitik

Weblinks

Persönliche Werkzeuge