Neuhof

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Inhaltsverzeichnis


Neuhof ist eine Gemeinde im Landkreis Fulda in Osthessen, Deutschland.

[Bearbeiten] Geografie

[Bearbeiten] Geografische Lage

Der namengebende Hauptort der Gemeinde liegt im Fliedetal zwischen den Mittelgebirgen Rhön und Vogelsberg, etwa 15 km südwestlich der Kreisstadt Fulda.

[Bearbeiten] Nachbargemeinden

Die Gemeinde Neuhof grenzt im Norden an die Gemeinde Großenlüder und die Stadt Fulda sowie im Nordosten an die Gemeinde Eichenzell. Im Südosten liegt die Gemeinde Kalbach, im Süden die Gemeinde Flieden (alle im Landkreis Fulda) und im Südwesten die Stadt Schlüchtern (Main-Kinzig-Kreis). Im Westen befinden sich die zum Vogelsbergkreis gehörende Gemeinden Freiensteinau und Grebenhain. Im Nordwesten ist die Gemeinde Hosenfeld (Landkreis Fulda) gelegen.

[Bearbeiten] Gemeindegliederung

Neuhof (bestehend aus den Gemeindeteilen Ellers, Neustadt und Opperz) ist Hauptort der gleichnamigen Großgemeinde. Daneben umfasst die Gemeinde die Ortsteile Dorfborn, Giesel, Hattenhof, Hauswurz, Kauppen, Rommerz und Tiefengruben.

Dorfborn umfasst zudem den ca. 1 km nordwestlich der Ortsmitte gelegenen kleineren Ortsteil Kahlberg. Kahlberg war früher ein Ortsteil von Ellers, der aber aufgrund seiner räumlichen Nähe eng mit Dorfborn verbunden war. Heute ist Kahlberg mit Dorfborn zusammengewachsen.

Zum 1. Januar 1972 wurde Neuhof im Rahmen der Gebietsreform in Hessen mit den bis dahin ebenfalls selbstständigen Gemeinden Dorfborn, Giesel, Kauppen und Tiefengruben zur Großgemeinde Neuhof zusammengefasst. Durch Gesetz mit Wirkung vom 1. August 1972 kamen schließlich noch Hattenhof, Hauswurz und Rommerz hinzu.

Neuhof ist heute die viertgrößte Gemeinde im Landkreis Fulda. Die Einwohnerzahlen verteilen sich auf die einzelnen Ortsteile wie folgt:

Ortsteil Einwohner
Neuhof 5.018
Rommerz 1.712
Hattenhof 1.540
Giesel 1.052
Hauswurz 960
Dorfborn 636
Tiefengruben 154
Kauppen 85
Gesamt 11.139

[Bearbeiten] Geschichte

Via Regia, Alte Heerstraße zwischen Fulda
und Neuhof

[Bearbeiten] Mittelalter und frühe Neuzeit

[Bearbeiten] Überblick

Die Gemeinde Neuhof kann auf eine mehr als 1000-jährige Geschichte zurückblicken. Mit dem heutigen Gemeindeteil Neustadt erfolgte im Jahr 956 die erste urkundliche Erwähnung einer Ansiedlung.Historisches Ortslexikon des Landes Hessen

Der Name Neuhof lat. Nova Curia, mhd. Nuwenhof) wurde 1239 zum ersten Mal genannt. Er stammt von der Adelsfamilie von Neuhof (lat. de nova curia) bzw. von der gleichnamigen Wasserburg der Fuldaer Fürstäbte. Einzelne Vertreter der Familie von Neuhof waren vermutlich Burgmannen. Um das Jahr 1250 ließ Fürstabt Heinrich IV. von Erthal (1249–1261) das Schloss Neuhof mit neuen Mauern, Zäunen und Gräben befestigen.

Neben Neustadt entstanden in der Nähe des Schlosses die Siedlungen Opperz (1326) und Ellers (1486). Das Wasserschloss wurde allmählich Mittelpunkt eines Verwaltungsbezirks im alten Gericht Flieden. Besonders in Zeiten, als in Fulda die Pest herrschte (beispielsweise in den Jahren 1597 und 1611), zogen sich Regierung und Kanzlei des Hochstifts Fulda auf das Schloss Neuhof zurück.


[Bearbeiten] Historische Straßen

Die Ortsteile der heutigen Gemeinde Neuhof lagen im Mittelalter an der Wegkreuzung der beiden Altstraßen Via Regia (alte Königsstraße oder Reichsstraße von Frankfurt am Main nach Leipzig, auch Alte Heerstraße genannt; hier verlief zudem ein Jakobsweg) und Antsanvia (Handelsstraße von Mainz nach Eisenach, auch Alte Straß genannt).

An den Verlauf der Via Regia erinnern heute entsprechende Hinweisschilder mit der Aufschrift „Des Reiches Straße“.

[Bearbeiten] Eingemeindungen

Der Hauptort der Gemeinde Neuhof wurde erst 1928 aus den vormals selbstständigen Gemeinden Ellers, Neustadt und Opperz gebildet. 1972 wurde Neuhof im Rahmen der Gebietsreform in Hessen mit den bis dahin ebenfalls selbstständigen Gemeinden Dorfborn, Giesel, Hattenhof, Hauswurz, Kauppen, Rommerz und Tiefengruben zur Großgemeinde Neuhof zusammengefasst.


[Bearbeiten] Nazizeit

330 KZ Häftlinge werden am 27./28. März 1945 auf der B40 Richtung Fulda getrieben. Mehr dazu Artikelseite Naziverbrechen in der Region Fulda

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Das Totenbuch von Buchenwald verzeichnet :

  • Benkner, Justus (10.05.1873* in Neuhof (Ellers), Hessen-Nassau)
  • Huck, Ferdinand (08.12.1878* in Hattenhof, Krs. Fulda)

[Bearbeiten] Religionsgemeinschaften

[Bearbeiten] Katholische Kirche

Das Gebiet der politischen Gemeinde Neuhof umfasst fünf katholische Pfarrgemeinden, die wiederum drei Dekanaten bzw. vier Pastoralverbünden im Bistum Fulda zugeordnet sind. Etwa 77% de Bevölkerung sind katholisch.

[Bearbeiten] Evangelische Kirche

In Neuhof besteht zudem eine evangelische Pfarrgemeinde mit einer Pfarrkirche und einem Jugendheim im Gemeindeteil Ellers, einem Gemeindehaus in Rommerz sowie einer Filialkirche in der Nachbargemeinde Flieden.

[Bearbeiten] Ehemalige jüdische Gemeinde

Bis 1939 gab es in Neuhof eine jüdische Gemeinde mit einer Synagoge (eingeweiht 1876) in der heutigen Marktstraße (damals Frankfurter Straße) im Gemeindeteil Neustadt. Ihre Entstehung geht nachweislich bis auf das Jahr 1563 zurück. Zur Gemeinde gehörten die in Neuhof lebenden jüdischen Bürger.

In der Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde die Synagoge geschändet und ausgebrannt und die Inneneinrichtung zerstört. In Neuhof lebten damals 48 Juden. Im Laufe des Jahres 1942 wurden die noch verbliebenen jüdischen Bürger aus Neuhof deportiert.

Das Synagogengebäude blieb nach 1945 erhalten, bis 1956 in seiner L-Form. Danach wurde es von Nachbarn gekauft, die es allmählich „modernisierten“ und dabei als ehemalige Synagoge durch An- und Umbauten unkenntlich machten. Als Ergebnis der An- und Umbauten befindet sich an dieser Stelle ein langgestrecktes Wohn- und Geschäftshaus in Privatbesitz. Eine Hinweis- oder Gedenktafel ist nicht vorhanden.

Der ehemalige jüdische Friedhof in der Gemarkung Flieden oberhalb der Landesstraße zwischen Neuhof und Flieden (ehemalige Bundesstraße 40) ist bis heute erhalten.

Auf dem Gehringshof gab es ein Kibbuz, das zur Ausreise nach Palästina vorbereitete. Die Überlebende des Mädchenorchesters von Auschwitz Esther Bejarano berichtete auf Einladung des Fuldaer Geschichtsvereins am 6. März 2008. Sie hatte nach der Befreiung eine Monate auf dem Gehringshof verbracht

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Linke gründet Ortsverband Neuhof

Bild:Ortsgruppeneuhof.jpg

Der Kreisverband Die LINKE hat am 11.01.2008 in Neuhof einen weiteren Ortsverband im Kreis Fulda gebildet. Nach Eichenzell, Petersberg und Gersfeld ist dies nun der vierte Ortsverband im Kreis Fulda.

Jürgen Jahn wurde zum Sprecher des neuen Ortsverbandes gewählt.

Er kündigte einen entschlossen Wahlkampf für die letzten 14 Tage bis zur Landtagswahl an. Die Linke müsse in den Landtag einziehen, dann habe man auch eine Stimme für mehr soziale Gerechtigkeit im hessischen Landtag.


Ortsverband Neuhof

Der Ortsverband Neuhof Die Linke wurde am 11.1. 2008 gegründet.


Anfrage zur Kreistagsitzung Juni 2010: Geländeabsenkungen durch Kaliabbau


Gewalttäter aus dem rechten Lager

Besorgt über den jüngsten Fall von rechtsextremer Gewalt in Neuhof äußerte sich der Sprecher der Ortsgruppe Neuhof der Partei DIE LINKE, Jürgen Jahn.

Während die Hessen CDU unter Roland Koch verzweifelt versucht, noch Wählerstimmen mit einer Kampagne gegen junge ausländische Gewalttäter zu gewinnen, spielen sich tatsächliche Übergriffe oft genug so ab, wie es in Neuhof am Samstag, den 19.1. der Fall war: Drei Männer mit wahrscheinlich rechtsextremen Hintergrund attackierten und verletzten einen jungen Türken und zerstörten seinen mobilen Hähnchengrill. Um solche Taten zu verhindern, so Jürgen Jahn, bedürfe es keiner Verschärfung des Jugendstrafrechtes. Vielmehr solle Herr Koch seine "Scheuklappe auf dem rechten Auge" endlich abnehmen.

DIE LINKE setzt beim Umgang mit gewälttätigen Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf Prävention, Aufklärung und Jugendbildungsarbeit. Letztlich hilft bei Jugendgewalt am meisten, wenn es gelingt, die Chancen für junge Leute auf Integration und die Teilhabe am gesellschaftlichen Ganzen durch Bildung und einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz zu sichern.

Veröffentlicht hier:

  • Osthessennews [1]


Zur Kommunalwahl 2007 kandidierte der Rommerzer Willi Erdt bei der Linken.Offenen Liste.


[Bearbeiten] Gemeindevertretung

Die Gemeindevertretung Neuhof besteht aus 37 Mitgliedern. Die Kommunalwahl am 26. März 2006 ergab folgende Stimm- bzw. Sitzverteilung bei 42,1 Prozent Wahlbeteiligung (Zahlen im Vergleich zur Kommunalwahl vom 18. März 2001):

Parteien und Wählergemeinschaften 2006 2001
 % Sitze  % Sitze
Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) 71,6 27 63,0 23
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) 28,4 10 28,5 11
Christliche Wähler-Einheit (CWE) 5,5 2
Bündnis 90/Die Grünen (GRÜNE) 3,0 1
gesamt 100,0 37 100,0 37
Wahlbeteiligung 42,1 % 55,8 %

[Bearbeiten] Bürgermeister seit 1945

Name von bis
August Lotz 1945 1952
Jakob Schneider 1952 1959
Karl Heimüller (CDU) 1960 1984
Martin Hohmann (CDU) 1984 1998
Maria Schultheis (CDU) 1999 heute

Bürgermeisterin Maria Schultheis (CDU) wurde am 20. Dezember 1998 erstmals direkt in dieses Amt gewählt, das sie seit dem 1. Februar 1999 offiziell innehat. Ihre Wiederwahl erfolgte am 10. Oktober 2004 mit einem Stimmenanteil von 79,3 Prozent bei einer Wahlbeteiligung von 46,8 Prozent.

[Bearbeiten] Kreistag

Am 11. September 2006 fand in Neuhof eine Sitzung des Kreistages statt.

[Bearbeiten] Wappen

Das Wappen der Gemeinde Neuhof ist geteilt von Gold und Schwarz, die als Symbolfarben für den Bergbau stehen. Es zeigt im oberen Teil vorne in Gold drei ineinander verschlungene schwarze Ringe als Sinnbild für den Zusammenschluss der vormals selbstständigen Gemeinden Ellers, Opperz und Neustadt im Jahr 1928. Im oberen Teil hinten sind in Gold ein gekreuzter schwarzer Hammer und Schlägel als Embleme für den Bergbau zu sehen. Im unteren Teil befindet sich in Schwarz ein von einer schmalen schwarzen Linie durchzogenes goldfarbenes Kreuz als Symbol für die fast 650-jährige Zugehörigkeit Neuhofs zum Kloster bzw. Hochstift Fulda mit der späteren Funktion als Amtssitz und „Nebenresidenz“ der Fuldaer Fürstäbte bzw. Fürstbischöfe.

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten] Bauwerke

Die Wahrzeichen der Gemeinde sind die katholische Pfarrkirche St. Michael im Gemeindeteil Opperz und die vier erhaltenen Türme des ehemaligen Neuhofer Wasserschlosses, dessen Hauptgebäude 1958 abgerissen wurde. An seiner Stelle befindet sich heute die Schlossschule (Grundschule Neuhof).

Die Pfarrkirche St. Michael ist eine dreischiffige Pfeilerbasilika. Sie entstand 1831 und wurde von 1909 bis 1911 erweitert. Die Fassade wird von drei Sandsteinfiguren geschmückt. Bemerkenswert ist der zweigeschossige spätgotische Westturm mit Spitzhelm. Er wurde als Wehrkirche mit einer kleinen Kapelle im Erdgeschoss am Friedhof in Opperz errichtet, die 1490 dem Erzengel Michael geweiht wurde.

Das nachbarocke Langhaus der Kirche mit Tonnengewölbe ist einfach gestaltet. Die Ausstattung stammt aus verschiedenen Zeiten. Zu erwähnen sind beispielsweise die spätbarocken Apostelfiguren im Hauptschiff. Der spätgotische Taufstein stammt von 1503.

[Bearbeiten] Musik

In der Gemeinde Neuhof besteht traditionell ein reges musikalisches Leben sowohl im kirchlichen wie auch im profanen Bereich. Neben der Chorvereinigung Cäcilia (gegründet 1907) und der Jungen Kantorei St. Michael gibt es im Hauptort Neuhof ein Akkordeonorchester, ein Blasorchester und einen Spielmanns- und Fanfarenzug sowie drei bürgerliche Musikvereine in den Ortsteilen Giesel, Hattenhof und Hauswurz. Ein eigener Verein zur Förderung junger Musiker kümmert sich um die Belange neuer musikalischer Talente.

[Bearbeiten] Freizeit und Sport

Für Sport- und Freizeitaktivitäten stehen in Neuhof u. a. zwei Stadien, fünf Sportplätze und sechs Turnhallen, vier Bolzplätze, zwei Tennisanlagen, eine Tennishalle/Squash, mehrere Kegelbahnen, ein Streetball- und Inlineskatingplatz sowie ein Grillplatz zur Verfügung. Größere Sportveranstaltungen finden in der Vier-Felder-Halle (62 x 27 m Nutzfläche) der Wernher-von-Braun-Schule statt, die eine feste Sitztribüne für ca. 900 Zuschauer enthält.

Eine touristische Attraktion ist der 1999 eröffnete Planetenwanderweg, ein naturwissenschaftlicher Lehrpfad, der von der Wernher-von-Braun-Schule am Opperzer Berg ausgehend bis zum Kalbacher Ortsteil Eichenried führt.

Neuhof liegt außerdem am 240 km langen Rhein-Main-Kinzig-Radweg, der in Rüdesheim am Rhein beginnt und nach Tann (Rhön) führt.

[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen

  • Fastnachtsveranstaltungen und Rosenmontagszug im Februar bzw. März
  • Heidelbeerfest im Ortsteil Giesel am zweiten Wochenende im August
  • Ökumenisches Pfarrfest der katholischen und evangelischen Kirchengemeinden im Gemeindezentrum im Gemeindeteil Neustadt Ende September
  • Kirmestanz auf dem Kirchplatz St. Michael im Gemeindeteil Opperz am Kirmessonntag (Kirchweihfest) Anfang November
  • Weihnachtsmarkt im Schlosshof im Gemeindeteil Neustadt am zweiten Adventswochenende

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

[Bearbeiten] Funktion als Unterzentrum

Die Gemeinde Neuhof hat heute die Funktion eines Unterzentrums nahe der Kreisstadt Fulda. Hier finden sich u. a. neun Ärzte, zwei Tierärzte, zwei Apotheken, ein Seniorenpflege- und Betreuungszentrum, neun Kirchen, eine Postagentur, ein Bahnhof, mehrere Lebensmittelmärkte, Banken, fünf Schulen, eine Zweigstelle der Volkshochschule des Landkreises Fulda, sechs Kindergärten, ein Gemeindezentrum, sieben Bürgerhäuser, drei Gemeindebüchereien, eine Polizeidienststelle, eine Straßenmeisterei, vier Revierförstereien (Betriebsbezirke des Forstamts Fulda) sowie mehrere Gasthäuser.

Die räumliche Nähe zum Oberzentrum Fulda hat neben anderen Faktoren allerdings auch mit dazu geführt, dass Neuhof in den letzten Jahren einige Unternehmen und öffentliche Einrichtungen verlor. Größere Unternehmen waren in der Vergangenheit die Rhöngold-Molkerei der Gebrüder Fricke, die Fleischwarenfabrik Josef Ruppel und der Holzhandel Reschop. Früher gab es in Neuhof außerdem noch zwei Forstämter, eine Zweigstelle des Amtsgerichts Fulda, ein Hallenfreibad („Allwetterbad“), ein Postamt und eine Niederlassung der Barmherzigen Schwestern mit Altenheim. Die Eigenständigkeit der Raiffeisenbank Neuhof eG ging ebenfalls verloren.

[Bearbeiten] Regionalforum Fulda Südwest

Zur Förderung der Regionalentwicklung hat sich Neuhof im Mai 1998 mit den Gemeinden Bad Salzschlirf, Eichenzell, Flieden, Großenlüder, Hosenfeld und Kalbach zum „Regionalforum Fulda Südwest“ zusammengeschlossen und eine kommunale Arbeitsgemeinschaft gebildet.Regionalforum Fulda Südwest Seit der Umwandlung des Zusammenschlusses in einen Verein 2006 sind unter anderem die Kreishandwerkerschaft, der Kreisbauernverband und die Arbeitsgemeinschaft der Naturschutzverbände beigetreten. Das Regionalforum bewirbt sich um die Anerkennung als Förderregion der Europäischen Union nach der sogenannten Gemeinschaftsinitiative LEADER zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft.

In folgenden Bereichen führt die Kooperation der sieben Gemeinden zu Einsparungen oder Mehreinnahmen:

  • ein gemeinsamer Jugendbetreuer
  • Entwicklung von Radtourismus und Fremdenverkehr
  • Museumsverbund
  • Homepagepflege
  • Studie Biomassenutzung
  • Kulturwoche und kulturelle Veranstaltungen
  • Tag der Regionen jedes Jahr im Herbst
  • kostengünstigere Führerscheinausbildung für Feuerwehrleute
  • Einführung Kosten- und Leistungsrechnung (Doppik)
  • Abrufen von EU-Mitteln durch Regionalforum als regionale Entwicklungsgruppe

[Bearbeiten] Hartz IV in Neuhof

Die Fuldaer Zeitung berichtet von einem Projekt "Lokale Partnerschaft". Hierbei sollen in den Gemeinden Flieden, Neuhof, Kalbach, Eichenzell, Bad Salzschlirf, Großenlüder und Hosenfeld ab März 2007 Arbeitslose bei "praktischen Arbeiten wie Einkaufen, Kinderbetreuung und Gartenpflege" eingesetzt werden. "Dazu starten die Kommunen das Projekt „Lokale Partnerschaft“. (Lokale Partnerschaft zur Förderung des soziales Zusammenhalts in der Gemeinde). Sechs bis zwölf Langzeitarbeitslose aus dem Kreis der über 50-Jährigen sollen eingestellt werden. Im ersten Jaht zahl das Gehalt das Amt. Das Projekt sei jedoch auf Dauer angelegt.

Die „Bürgerhelfer“ sollen "in drei Bereichen tätig werden: Ältere Bürger sollen Hilfe beim Einkaufen, Kochen, Putzen, im Garten, am Friedhof und bei kleineren Hausmeistertätigkeiten erhalten. An Familien richtet sich das Angebot, bei der Kinderbetreuung und – wenn ein Elternteil krank wird – auch im Haushalt zu helfen. Kirchen und Kommunen sollen Unterstützung erhalten in den Bereichen Schneeräumen, Grün- und Friedhofspflege, Straßenreinigung und Spielplatzbetreuung."

Das Unternehmen solle kostendeckend arbeiten.

So wird Arbeitslosigkeit auch von den Gemeinden ausgenutzt.

  • 11.12.2006 Fuldaer Zeitung

[2]

[Bearbeiten] Postagenturen in der Fläche

Durch die Privatisierung der Deutschen Bundespost wurden die Standorte der Filialen überprüft, zahlreiche geschlossen und die Dienstleistungen Subunternehmern gegeben, die sog. Postagenturen in ihren bereits vorhandenen Geschäftsräumen einrichteten.

Auch in Stadt und Landkreis Fulda wurden zahlreiche Poststellen aufgegeben.

Ist der Service in den Postagenturen schon eingeschränkt, so wird die Versorgung der Bevölkerung mit der Dienstleistung durch Schließung selbst dieser Agenturen vollkommen in Frage gestellt.


Ein krasser Fall zeigt sich in Neuhof:

Am 25.4.06 wurde die Postagentur im Ortskern von Neuhof überfallen (Fotos und Bericht) [3]. Seitdem bleibt die Poststelle, die geschlossen, ein Schild weist die Kunden darauf hin, die Poststellen in Eichenzell oder Mittelkalbach aufzusuchen.

Humorvoll berichtet osthessennews darüber [4]

Die Bürger fragen sich, wie lange dieser Zustand noch anhalten soll. Der Betreiber der Postgentur, die Bäckerei Happ habe wohl kein Interesse mehr an der Dienstleistung.

Eine Information des Kandidaten der Die Linke.Offene Liste Willi Erdt aus Neuhof


[Bearbeiten] Bergbau

Neuhof ist die einzige Bergbaugemeinde im Landkreis Fulda. Im Kalibergwerk Neuhof-Ellers (gegründet 1906) wird von 680 Mitarbeitern Rohsalz abgebaut und zu hochwertigen Düngemitteln verarbeitet. Bei einer jährlichen Rohsalzförderung von fast vier Millionen Tonnen erzeugt Neuhof-Ellers rund 1,3 Millionen Tonnen Verkaufsprodukte. Das Werk ist damit der größte Industriebetrieb im südlichen Teil des Landkreises. Es gehört heute zur Kasseler K+S AG (früher Kali und Salz AG bzw. Wintershall AG). Der weithin sichtbare Salzberg, die Kali-Abraumhalde (bis 500m hoch), im Volksmund auch „Kaliberg“ oder „Monte Kali“ genannt, besteht aus ca. 50 Millionen Tonnen überwiegend Natriumchlorid (Kochsalz) und Calciumsulfat (Gips) und ist somit eine der größten Deponien Europas. 1926/27 wurde das Bergwerk auf Betreiben von August Rosterg, dem seinerzeitigen Generaldirektor der Wintershall AG, stillgelegt. 1954 wurden die Anlagen erneuert, und das Werk nahm den Betrieb wieder auf.

[Bearbeiten] Kali-Boom: Der Monte Kali in Neuhof und die Folgen

(Stand März 2008) Der Kaliabsatz brummt. Innerhalb eines Jahres hat sich der Preis pro Tonne von 250 auf 500 Dollar verdoppelt. 82,5 Millionen Euro wurden 2007 an Dividende an die Aktionäre ausgezahlt. Der Kurs hat sich seit 1999 mehr als verfünfzehntfacht.

Liebe Leserin, lieber Leser, welche Vorstellung: statt wie noch 1999 2000 DM Netto im Monat, bekommen Sie jetzt jeden Ersten 15 000 Euro. Da kann sich die Gemeinde Neuhof freuen, über die Gewerbesteuerzahlung! Doch weit gefehlt: Während die Aktionäre neben dem Kursgewinn auch noch Dividene erhalten, muss die Gemeinde an K+S Gewerbesteuer in Höhe von 2,2 Millionen Euro zurückzahlen, zudem schrumpfen die vom Kaliwerk zu leistenden Vorauszahlungen zusammen. Das Steuerrecht machts möglich, durch den schwachen Dollarkurs konnten „Verluste“ in Ansatz gebracht werden.

Für den Bau eines Containerbahnhofs in Philippsthal im Wert von 6 Millionen Euro kassiert Konzern öffentliche Förderung. Doch das sind kleine Fische, allein an EU Beihilfe gab es 1998 1536 Mio. DEM. Zurück gibt der Konzern der Allgemeinheit die Abwässer aus Produktion und Haldenregenwasser in Fliede, Fulda und Werra. Diese Art der Abwasserentsorgung ist für den Konzern kostenlos. Zuvor verpresste man die Lauge Jahre lang in tiefer liegende Gesteinsschichten - und gefährdet damit das Trinkwasser. Im Fuldaer Land war der „Schwamm“ voll. Daher wird die Lauge per Tank-LKW und Bahn zur Werra transportiert. Das Land Hessen akzeptiert dort noch immer den Grenzwert von 1942.

Auch bei Heringen und Gerstungen wurde Lauge verpresst. Heute kommt die Soße bei Sorga wieder zutage. Das ökologische Gleichgewicht ist schon derart zerstört, dass sich hier Salzwiesen mit Nordseegräsern gebildet haben. Und in Gerstungen ist bereits die Trinkwasserversorgung betroffen.

Und bei Neuhof?? Ende Februar 2008 informierte das Regierungspräsidium Kassel das Umweltministerium Thüringen, dass heute wieder 50% der Abwässer in den Untergrund des Fuldaer Landes gepumpt werden!

Unsere Kinder und Kindeskinder werden sich noch lange mit den Umweltschäden der K+S herumschlagen müssen, während die Großaktionäre längst über alle Berge sind. Es wird Zeit, dass sich die Politiker nicht mehr an der Nase herumführen lassen. Statt immer weiter öffentliche Gelder zuzugestehen, sollten im Gegenteil bei weiterer Verschmutzung die Summen zurückgefordert werden, die für Maßnahmen zur Entsalzung der Werra bereits 1991 geflossen sind (2,2 Milliarden DM).

Wir alle bezahlten und bezahlen mit unseren Steuergeldern enorme Summen für Umweltmaßnahmen zur Entsalzung der Werra, allein zum Beispiel im Jahr 1991 2,2 Milliarden DM an öffentlichen Geldern. Die LINKE.Offene Liste im Kreistag fordert: Der Konzern K+S muss endlich dazu gebracht werden, für die Beseitigung der Umweltschäden durch Versalzung von Flüssen, Trinkwasser und Böden aufzukommen. Riesige Gewinne für den Konzern und die Aktionäre einfahren und die Entsorgung des Mülls und der salzigen Abwässer der Allgemeinheit aufbürden: Das ist eine Sauerei!

[Bearbeiten] Laugenversenkung

Ministerium: Keine Kenntnis von Versenk-Stopp in Neuhof (27.2.08)

"Eine Sprecherin des Thüringer Umweltministeriums teilte gestern indessen mit, dass die Landesregierung in Erfurt keinerlei Kenntnis von einem Stopp der Laugenversenkung im hessischen Neuhof habe. Sie beruft sich dabei auf eine Auskunft der zuständigen Behörde, des Regierungspräsidiums in Kassel. Danach werden derzeit etwa 50 Prozent der Abwässer in Neuhof versenkt, der Rest werde per Laster und Bahn nach Hattorf in Hessen transportiert und in die Werra geleitet" [5]

Die LINKE.Offene Liste fragt nach: Mehr zur Laugenproblematik, klick

[Bearbeiten] Verkehr

[Bearbeiten] Fernstraßen

  • Autobahn 66: Wiesbaden–Frankfurt am Main–Hanau–Neuhof–Dreieck Fulda (Verbindung zur Autobahn 7)
Derzeit besteht noch eine 7 km lange Autobahnlücke zwischen den Anschlussstellen 51 Neuhof-Süd auf der Höhe des Gemeindeteils Neustadt und 53 Fulda-Süd in der Nähe des Eichenzeller Ortsteils Kerzell. Der Lückenschluss soll bis Ende 2013 abgeschlossen sein, wobei die Ortslage von Neuhof mit einem 1.610 m langen, zweiröhrigen Tunnelbauwerk durchquert werden wird. Außerdem wird Neuhof eine zweite Anschlussstelle zwischen Dorfborn und Tiefengruben (Anschlussstelle 52 Neuhof-Nord) erhalten.
Bis zum Lückenschluss der Autobahn 66 dient das restliche Teilstück der Bundesstraße 40 zwischen Neuhof-Neustadt und Kerzell als Bindeglied für die Autobahn zwischen den Anschlussstellen 51 Neuhof-Süd und 53 Fulda-Süd.

[Bearbeiten] Eisenbahn

  • Bahnstrecke Frankfurt am Main–Fulda (Kinzigtalbahn)
Der Bahnhof Neuhof (Kr Fulda) wird jeweils im Stundentakt mit Regionalexpress-Zügen (RE) nach Fulda und Frankfurt am Main bedient. Außerdem besteht hier eine Anschlussbahn zum Kalibergwerk Neuhof-Ellers.
  • Der nächste ICE-Anschluss befindet sich in Fulda (14 km Entfernung).

[Bearbeiten] Buslinien

Neuhof bietet mehrere Haltepunkte und Umsteigemöglichkeiten der Lokalen Nahverkehrsgesellschaft Fulda (LNG Fulda) mbH in benachbarte Ortschaften (Linien 50 bis 54) im Rahmen der Rhein-Main-Verkehrsverbund GmbH (RMV).

[Bearbeiten] Bildung

Grundschulen

  • Schlossschule im Gemeindeteil Neustadt
  • Grundschule am Rippberg in Hattenhof
  • Monte-Kali-Schule in Rommerz

Additive Gesamtschule mit Förderstufe

  • Wernher-von-Braun-Schule am Opperzer Berg – Hauptschule, Realschule und gymnasialer Zweig (Sekundarstufe I)

Förderschule mit Beratungszentrum

  • Albert-Schweitzer-Schule im Gemeindeteil Neustadt

Volkshochschule

  • Zweigstelle der Volkshochschule des Landkreises Fulda

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Gemeinde

  • Franz Rang, Dritter Oberbürgermeister der Stadt Fulda von 1862 - 1893, Geboren 1831 in Neuhof,
  • Josef Albinger (1911–1995), aufgewachsen in Ellers, katholischer Priester, wurde wegen Verlesens einer Predigt Kardinal von Galens in das Konzentrationslager Dachau verschleppt, Ehrenbürger der Gemeinde Poppenhausen
  • Rudolf Ehrhardt (1932–1999), aufgewachsen im Gemeindeteil Neustadt, Familienunternehmer und Firmenchef der Förstina-Mineralsprudel Ehrhardt & Sohn GmbH & Co. im Eichenzeller Ortsteil Lütter
  • Rochus Hahn (* 1960), aufgewachsen im Gemeindeteil Ellers als Sohn eines K+S-Angestellten, deutscher Comedyautor, erstes Filmprojekt im Lützgrund vor Schacht II, Sketchup, Bewegte Männer, Kanal fatal, bekanntestes Werk ist das Drehbuch zu Sönke Wortmanns Erfolgsfilm Das Wunder von Bern (2003) über die Fußball-Weltmeisterschaft 1954
  • Winfried Heurich (* 1940), Organist und Komponist, Dozent an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main
  • Professor Dr. Aloys Ruppel (1882–1977), aufgewachsen in Opperz, Historiker, Direktor der Stadtbibliothek, des Stadtarchivs und des Gutenberg-Museums in Mainz, Gutenbergforscher, Ehrenbürger der Gemeinde Neuhof und der Stadt Mainz (1957)
  • Gabor Steingart (* 1962), aufgewachsen im Gemeindeteil Opperz als Sohn des ungarischen Chemikers und K+S-Fabrikleiters Imre Steingart, Journalist und Buchautor (u. a. Weltkrieg um Wohlstand, 2006), 2001–2007 Leiter des Spiegel-Hauptstadtbüros in Berlin, seit 2007 Autor im Spiegel-Büro in Washington
  • Martin Hohmann von 1984 bis 1998 hauptamtlicher Bürgermeister von Neuhof

[Bearbeiten] Personen mit Bezug zu Neuhof

  • Unter dem Decknamen Otto Kallweit tauchte von 1945 bis 1951 in Neuhof ein Täter unter, der im Dritten Reich als SS-Standartenführer sowie Landesrat und Dezernent für Anstaltswesen des Bezirksverbandes Nassau maßgeblich an der Organisation und Durchführung des nationalsozialistischen „Euthanasie“-Programms beteiligt war. Als seine Witwe unter dem echten Namen Rentenzahlungen anforderte kam dies zutage, siehe [6].
  • August Rosterg (1870–1945), deutscher Industrieller, Generaldirektor der Wintershall AG (heute ist im Gemeindeteil Ellers eine Straße nach ihm benannt)
  • Dr. Ludwig Schick (* 1949), Professor für Kirchenrecht, seit 2002 Erzbischof von Bamberg, war von 1975 bis 1977 Kaplan in Neuhof
  • Dr. Arno Singewald (* 1926), Bergwerksdirektor in Neuhof-Ellers von 1952 bis 1966, Erfinder der elektrostatischen Salz-Trennungsanlage (ESTA), später Professor und Vorstand der Kali und Salz AG, Kassel


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[Bearbeiten] Presse

[Bearbeiten] Weblinks


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